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"Bruder Werner ich bin den falschen Weg gegangen"

 

Dem älteren Missionsehepaar (Fassmann) aus Amerika gelang es mich in die Mormonengemeinde

in Olten zu integrieren. Nach etwa 1 1/2 Jahren setzten sie mich dann dort sogar als deren Gemeindeleiter ein. Dies geschah vermutlich weil keine anderen Alternativen zur Verfügung standen. Diese Tätigkeit musste ich neben meiner Anstellung bei der Winterthur Versicherung ausüben. Auf alle Fälle ergab

sich die Gelegenheit wesentliche Dinge lernen, wie beispielsweise frei vor Publikum zu Sprechen, zu organisieren, Buchhaltungsgrundsätze und Weiteres. Was dabei zu kurz kam, war die Familie. 

In der Eigenschaft als Gemeindeleiter besuchte ich öfters die Gertrud Körner eine ältere Schwester.

Sie lebte allein und hatte eine sehr erfolgreiche spezielle Therapiemethode entwickelt.

Ihre Heil-Methode interessierte mich sehr. Von klein auf war ich an allen heilenden Möglichkeiten interessiert.

Sr. Körner zeigte mir eine Menge Dankesbriefe von Menschen denen sie bei schwersten Krankheiten

wieder zu voller Gesundheit geholfen hatte. An dieser Stelle will ich mich nicht über dieser Methode auslassen. Kurz gesagt, sie führte eine Art  Lymphdrainage aus. Bevor sie einen Patienten behandelte stellte sie jeweils für  jeden ein Horoskop aus. Sie hatte grosse Kenntnisse der Astrologie. Sie versuchte damit unter anderem den besten Zeitpunkt für eine Behandlung zu finden.

Allgemein hatte sie sich grosse magische und esoterische Fähigkeiten angeeignet. 

 

Mit ihr konnte ich viel über Religionen sprechen. Sie hatte ein Jahr lang bei einer jüdischen Familie verbracht, welche sie immer sehr lobte. Später verbrachte sie auch ein Jahr in Salt Lake City bei den Mormonen.

Sie besass viele Bücher über das Mormonentum. Selbst lebte sie sehr bescheiden. Fast alles was sie verdiente schenkte sie jeweils der Mormonenkirche.

Öfters sagte sie mir den Satz, „die Sterne geben einander ihr Licht“. Dies stehe in einem Standartwerk

der Mormonen. Darum war sie überzeugt. die Astrologie stimme. Sie muss für sich selbst

auch ein Horoskop ausgestellt haben.

 

Eines Tages im Frühjahr sagte sie mir „Bruder Werner ich werde im August sterben,

ich wünsche, dass sie mich in Salt Lake City beerdigen“.

Sie gab mir einen Bankscheck von 20'000.- Sfr. einzulösen bei der Zürcher Kantonalbank mit

dem Auftrag „10'000.SFR sind für meine Reise und meine Beerdigung in Salt Lake City,

10'000 SFR sind für ihre Reise und die Spesen". Sr. Körner hatte noch einen kleinen Hund, einen Dackel, den sollte ich nach ihrem Tod einschläfern . In ihrem Besitz waren noch viele Bücher über verschiedene

magische Tätigkeiten und einen Talmud, denn sie schwärmte auch sehr für das Volk Israels

und hatte auch einmal ein Jahre bei einer jüdischen Familie verbracht.

 

Im August starb sie wirklich. Da sie sehr krank war besuchte ich sie jeden und so war Ich

bei ihrem Tod zugegen. Tage zuvor erzählte mir sie mir wie sie Nachts eine ganze

Schar Geister durch die Wand fliegen sah. Das kam mir sehr seltsam vor.

Beim Sterben hielt ich ihr die Hand. Es war für mich das erste Mal bei einem sterbenden

Menschen. dabei zu sein.  

Unerwarterweise riss sie plötzlich ihre Augen weit auf und sagte:

„Bruder Werner ich bin den falschen Weg gegangen“.

Erschrocken wagte ich  sie zu fragen, „was ist der richtige Weg“?

Ihre Antwort „der Einfache ist der Richtige“.

Einige Minuten danach starb sie.

Da wir viel über Religionen gesprochen hatten, wusste ich gleich  was sie mit ihrer Antwort

meinte. Sie verstand darunter das Christentum wie es in der Bibel stand und nicht das

Mormonentum. Sie hatte mir sogar im Februar eine kleine komplette Taschenbibel geschenkt.

 

Trotzdem beerdigte ich sie dann wunschgemäss in Salt Lake City.

 

Den Bankscheck hatte ich in Zürich bei der Kantonalbank eingelöst. Ihr Leichnam musste zuerst

im Kantonspital Olten mit Formaldehyd einbalsamiert werden. Dies dauerte etwa eine Woche.

Dan musste sie in einem Zinnsarg gebetet. Darum herum kam ein Eichensarg und um diesen Sarg

eine Holzkiste mit sechs Hangriffen. Das waren die Vorschriften des amerikanischen Staates

für die Überführung der Leiche über das Meer bis nach Salt Lake City. Damit waren bereits ein

grosser Teil der Beerdigungskosten aufgebraucht.

 

Per Luftfracht flog sie nach Amerika. Ich flog ihr mit dem nächsten Flugzeug nach.

 

Fortsetzung folgt später im Ausflug ins Land der Mormonen.