Startseite  Anleitung  Vorwort  Familie  Zernez  Neuere Kapitel  Alphabetisch  Chronologisch Interessantes  Roter Faden  Feedback

 

Zum Inhaltsverzeichnis

Zu "Bruder Klaus"  Flüeli-Ranft

Das seltsame Licht

zum „Roten Faden“

“Amiamo sempre più la Madonna!”

Es war meine zweite Sommersaison im Hotel Pax Montana auf dem Flüeli Ranft. In diesem Sommer kamen viele katholische Priester zur Erholung. Darunter befanden sich in diesem Sommer viele Jesuiten click. Mein Vater hatte bei den Gesprächen mit dem Pater in Zernez irgendwie für die Jesuiten geschwärmt. So freute es mich speziell einmal Jesuiten von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen.

Die Jesuiten wurden früher von der reformierten Seite in der Schweiz gefürchtet.  In der Schweiz wurde nach dem Sonderbundskrieg der Jesuitenartikel in die Bundesverfassung von 1848 aufgenommen, der den Jesuiten verbot, eigene Schulen zu errichten und Pfarreien zu führen. Dieses Jesuitenverbot, wurde 1973 aufgehoben.

 Unter allen katholischen Geistlichen sind die Jesuiten eine besondere Klasse. Vor Ihnen habe ich eine besondere Hochachtung. Sie haben oftmals mehrere Doktorentitel und haben mit ihren Exerzitien auch spezielle spirituelle Erfahrungen hinter sich. Zwei dieser jesuitischen Geistlichen sind mir in besonderer Erinnerung geblieben.

1. Pfarrer Strang aus Rom

Seinen Namen werde ich nie mehr vergessen. Er demonstrierte

mir seinen Namen mit seinen Händen so, wie man einen Strang um den Hals eines zum Hängen verurteilten Delinquenten legt.

Er lud mich ein ihn jederzeit in Rom zu besuchen.

Seine Adresse: Porta Pinciano 1. Rom.

Was mir an ihm besonders auffiel war die Ausstrahlung einer auffallende Gelassenheit. „Mein“  Kaplan Durrer meinte dazu dies sei eine besondere geistige Gnade die er erhalten hatte. Er benutzte dazu ein anderes Wort, welches ich vergessen habe.

 2. Pater Lombardi aus Rom

Auch ein Jesuit. Pater Lombardi hielt während 14 Tagen Ansprachen oder einen

Belehrungszyklus für alle katholischen Geistlichen die sich dafür eingefunden hatten.

Es war für mich höchst interessant diese Ansammlung von bedeutenden katholischen

Geistlichen in diesem Hotel zu erleben.

Der Vortragszyklus von Pater Lombardi lief unter dem Titel:

„Per un Mondo megliore“, Für eine bessere Welt.

Es interessierte mich sehr was er da lehrte. Kaplan Durrer, Das Oberhaupt des Hotels,  nahm mein Interesse war und sagte er mir: „Edi, du darfst diesen Versammlungen bewohnen, weil Dich dies so interessiert, ich  dispensiere dich in dieser Zeit von Deiner Arbeit".

 

Es war ein Höhepunkt meiner Karriere als Hotelsekretär.

Ich als Reformierter Laie, war von meiner Arbeit entlastet und durfte Vorträgen beiwohnen die nur katholischen Geistlichen vorbehalten waren.

 

In seinen Vorträgen ging es unter anderem darum das Zeremoniell der katholischen Kirche zu vereinfachen und alles den Menschen auf natürliche Weise und Liebe näher zu bringen.

Ob sich das bis heute durchgesetzt hat kann ich nicht beurteilen.

 

Begeistert von seinen Ideen kontaktierte ich Pater Lombardi im Restaurant nach dem Mittagessen und legte ihm sein Buch „Per und Mondo megliore“ vor und bat ihn um eine Widmung. Als ich seinen Eintrag gelesen hatte, fiel bei mir „der Laden“ hinunter. Er hatte geschrieben: „Amiama sempre piu la Madonna“. = Lieben wir die Madonna immer mehr!“.

Das lag nun nicht auf meiner Linie. Ich hatte ja vor einem Jahr in diesem Hotel persönlich „das Licht und das damit verbundene liebe Wesen“ erlebt. Als Reformierter hatte ich keine besondere Beziehung zur Madonna. Für mein Verständnis gab es da keinen weiteren Zusammenhang.

 

Weiter