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    Edgar und Pater Leo Holl auf einem Bänklein hinter der katholischen Kirche

Obwohl unsere Familie reformiert waren. besuchte uns der katholische Pater sehr oft.  Bereit vor und bei meiner  Geburt soll er mich wie das Christkind erwartet haben. Er schenkte uns ein schönes fast lebensgrosses Christkind aus Wachs in einer Krippe, welches jedes Jahr an Weihnachten bei uns unter den Christbaum gelegt wurde. 

Pater Leo Holl war ein gemütlicher Bayer. Später wollte er  mich sogar als Filmstar nach München bringen, womit meine Mutter nicht einverstanden war. Als Säugling lies er mich in seiner  katholischen Kirche als Jesuskind in den Händen meiner Mutter in seiner Kirche, zusammen mit anderen Gemeindemitgliedern an die Wand in seiner Kirche malen. Die katholische Kirche wurde erst 1928 erbaut. In der Reformationszeit wurde die frühere grosse katholische Kirche von den Reformierten übernommen. 1981 wurde die kleinere katholische Kirch renoviert und mein Bild als Jesus-Kind besteht nicht mehr. 

Bei seinen Besuchen bei uns spielte sich immer ein lustiges Ritual ab. Er setzte sich auf unsere Couch. Dann nahm er eine wertvolle Schnupftabakdose aus den Falten seiner braunen Kutte. Daraus tupfte er eine kleine Menge auf seinen Handrücken und schnupfte mit dem linken und dann mit dem rechten Nasenloch je eine Priese in jedes Nasenloch. Die restlichen Krümel auf seinem Schoss wischte er dann mit den Händen auf den Boden. Irgendwie glaube ich heute noch  den Geruch dieses Schnupftabaks in meiner Nase wahrzunehmen.

Jetzt begannen interessante Gespräche mit meinem Vater und meiner Mutter über die verschiedensten Themen. Leider war ich noch zu jung um alles zu verstehen was das Gesprochen wurde und kann Euch dies darum hier nicht wiedergeben.

Pater Holl war sehr gebildet. Er liebte alles Schöne und Geschmackvolle, hauptsächlich schöne künstlerische Dinge. Zeitweise erhielten wir von ihm schöne oder interessante Bücher. Ich habe jetzt noch zwei Märchenbücher von ihm. Haufs Märchen mit den schönen Bildern darin hatten es mir hauptsächlich angetan.

 

Er schenkte uns auch zwei Glasbilder, den Parcival und eine Madonna von Glaskünstlern aus München. Ich hängte sehr am Bild des Parzivals. Die Glasbilder  sind in den Händen meiner Schwester gelandet oder jetzt ihrer Kinder gelandet. Sie befinden sich irgendwo in Zuoz. Sie. Beim Umzug von Zernez nach Zuoz trat meine Schwester leider auf das Bild des Parzivals. Was aus diesem künstlerischen Glasbild geworden ist weiss ich nicht. 

Pater Holl war auch ein Schriftsteller und Dichter.

Er war für das sog. Imprimatur. eine Art Zensur, für die katholische Leser oder für seinen Orden verantwortlich. Dies bedeutete, er musste viele Bücher lesen und dann entscheiden ob diese Bücher für die katholischen Leser geeignet waren. Darauf wurde dann ein Stempel gedrückt  "imprimiert" ob geeignet oder nicht geeignet zum Lesen.

Zwei in rotem Leder eingefasste Bücher die er meinem Vater schenkte haben mich später lange beschäftigt. Geschrieben hatte sie ein indischer Gelehrter, Patanjali, 

 

Sie befassten sich mit den verschiedenen Yoga-Arten. Raja Yoga, Karma Yoga und Innani Yoga. Heute kann ich leider im Internet vorläufig leider nur diese Abhandlungen darüber finden:

 

Die acht Stufen des Patanjali.       Die Yoga Sutras von Patanjali

In zwei roten Büchlein hatte Pater Holl eine Widmung an meinen Vater

geschrieben. Sie enthielten die Worte:

 

"Lux ex Orient?", kommt das Licht aus dem Orient?

In den vergangenen Jahren habe ich darauf eine eindeutige Antwort erhalten:

Hier der Vortrag des Inders Rabindranath R. Maharaj

Meine Suche nach Wahrheit

 

 

Obwohl wir reformiert waren, hat uns der reformierte Pfarrer, Pfarrer Ulrich Gaudenz, nie besucht. Wenigstens kann ich mich nicht daran erinnern. Warum dies so war weiss ich nicht. Später hatte ich bei ihm Religionsunterricht und wurde dann im Alter von 16 Jahren konfirmiert. Der reformierte Pfarrer war ein "gescheites Haus". Er hatte das neue Testament aus dem Griechischen ins Romanische übersetzt. Nach meinem damaligen Wissen, lebte er sehr gesund und spartanisch. Seine Gemeindemitglieder in den Nebengemeinden besuchte er ihm Winter mit Langlaufskieren.

Aus seinem Religionsunterricht ist mir als Wichtigstes geblieben:

Wir sollen in der Bibel immer auf den roten Faden achten um nicht in die Irre zu gehen.

 

Als er ganz alt war lebte er in seinen letzten Jahren im Altersheim in Schuls. Als wir vor 8 Jahren eine Klassenzusammenkunft im Engadin hatten, besuchte ich ihn dort schnell dort im Altersheim, da ich inzwischen meine Entwicklung vom Mormonen und mein Bekehrung zum Christen hinter mir hatte.

 

später folgt noch eine Geschichte darüber was er von früher erzählte.