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Mosaiksteine eines Lebens

Telefon, Radio, Fernsehen

         Heute hat fast jedermann,  Kind oder Erwachsener sein eigenes kleines tragbares

         Telefon, gar mit Bildübermittlung, bei sich.

               

        Vor 70 Jahren gab es im ganzen Dorf von ca. 750 Einwohnern nur ca. 10  Telefonanschlüsse.

        Bei uns hing so ein brauner Kasten im Bureau meines Vaters. Als Kind durfte ich dieses Telefon

         ja nicht berühren.  Die Gemeindeverwaltung, die Polizei und die beiden Pfarrämter und sonst

        wichtige Geschäfte hatten noch so eine Einrichtung. Es gab ganz wenige Häusern die an einer

       Telefonleitung angeschlossen waren.

       Wenn ich jetzt im Jahr 2005 aus der Marktforschung Demoscop irgendwelchen Haushalten anrief,

       nehmen meistens zuerst Kinder das Telefon ab.

       So haben sich die Zeiten geändert. Die Eltern schieben zuerst die Kinder vor um zu erfahren

       wer am Apparat ist.

 

 Bedient wurden damals die Telefonanschlüsse durch eine Telefonistin aus einer

Telefonzentrale die sich in einem Haus ganz in unserer Nähe befand. Bei einem Anruf, 

rasselte in der Telefonzentrale, bei der Telefonistin und Lämpchen leuchteten auf.

Die Telefonistin nahm den Anruf entgegen und musste ihn dann mit einem verlängerten

Kabel mit einem Stöpsel daran in den Anschluss stecken den der Anrufer wünschte.

Die Verbindungen erfolgten in jener Zeit nur manuell. Nach dem Beenden des

Telefongesprächs hängten die Gesprächspartner ihr Telefon auf, bei der Telefonistin

rasselte es wieder, sie zog den oder die Stöpsel heraus und unterbrach damit die Verbindung.

Bald danach wurden in jedes Haus Telefonanschlüsse gelegt, die Telefonzentralen wurden

immer moderner. Es brauchte keine Telefonistinnen mehr, elektromagnetische Schalter

stellten mit Kontaktklappen die Verbindungen selbständig her. Heut geht dies noch

viel schneller lautlos, durch elektronische Schaltungen. Die damals gelegten Telefonleitungen

und Telefonapparate müssen bis heute immer noch monatlich der Swisscom bezahlt werden,

obwohl diese bereits längsten amortisiert sind.

 

Radios gab es damals ganz Wenige. Ich kann mich entsinnen, wie bei wichtigen

Nachrichten Nachbarn vereinzelt zu uns kamen um diese zu hören.

Fernseher kamen  viel später auf. Bis zu meinem zwanzigsten Lebensjahr habe ich

nie einen Fernseher gesehen weder in Zernez noch in Zuoz.

Die ersten Fernsehsendungen sah ich erst mit zwanzig Jahren in England in London.